Diese Arbeit beschäftigt sich mit Holzgasverbrennungsversuchen, in welchen ein möglicher Einsatz von Holzgas zur Befeuerung von Industrieöfen untersucht wird. Die Verbrennungsversuche wurden mit einer dafür eigens konstruierten Brennkammer durchgeführt. Der für die Versuche verwendete Gasbrenner bietet die Möglichkeit, das Holzgas mit Sauerstoff-Anreicherung zu verbrennen. Während der Versuchsläufe wurde gefiltertes und ungefiltertes Produktgas (Holzgas) verbrannt.

Dabei erfolgten durchgängig Variierungen der Verbrennungsluftzuführung, der Sauerstoff-Anreicherung und der Positionierung der Sauerstofflanze im Brenner. Neben den unterschiedlichen Betriebseinstellungen wurden die Produktgas-, die Abgaszusammensetzungen sowie die Flammen-, die Ofen- und die Abgastemperaturen aufgezeichnet. Es wurden drei Produktgaszusammensetzungen ausgewählt, welche die gesamten Versuchsläufe repräsentieren. Dabei wurden das Produktgas 1 und 2 gefiltert und das Produktgas 3 ungefiltert verbrannt. Bei den Berechnungen der theoretischen Konzentrationen an Kohlendioxid und Wasser im Abgas zeigt sich, dass die gemessenen Konzentrationen für die Produktgase 1 und 2 mit geringen Abweichungen mit den theoretisch berechneten übereinstimmen. Beim Produktgas 3, welches ungefiltert und mit Kohlenstoff beladen verbrannt wurde, lag die gemessene Kohlendioxid-Konzentration erheblich über jener der theoretisch berechneten Kohlendioxid-Konzentration.

Die Messungen der Flammentemperaturen bei der Verbrennung von Produktgas 1 und 2 unterschieden sich gegenüber den theoretisch berechneten Temperaturen. Für das Produktgas 3 wurde annähernd die theoretisch berechnete Flammentemperatur gemessen. Auf Basis der berechneten Abgasvolumenströme sowie der gemessenen Flammentemperaturen und der gemessenen Kohlendioxid-Konzentrationen erfolgte die Berechnung der Wasser-Konzentrationen in den Abgasströmen der jeweiligen betrachteten Produktgase 1, 2 und 3. Es zeigt sich, dass die berechnete Strahlungsleistung in Richtung eines schwarzen Strahlers mit der Temperatur T=0 des Produktgases 1 mit 54,2 und die des Produktgases 2 mit 45,8 um 15,5 differieren.

Für das Produktgas 3 ergibt sich eine gegenüber dem Produktgas 1 und 2 erhöhte Strahlungsleistung von 71,3. Während der Verbrennung von ungefiltertem Produktgas wurde Kohlenmonoxid  im Abgas detektiert. Im Gegensatz zum Kohlenmonoxid wurden Stickoxide bei allen Versuchsläufen in Abhängigkeit von den Flammentemperaturen und Lambda im Abgas gemessen. Dabei stiegen die Stickoxid-Konzentrationen bei Betrieb des Zünd- und Stützbrenners stark an. Bei der Verbrennung des ungefilterten Produktgases sanken die gemessenen Stickoxid-Konzentrationen und jene, die bei der Verbrennung des gefilterten Produktgases im Abgas gemessen wurden. Nach Ausschöpfen aller Einsparungspotenziale stellt der Einsatz von Holzgas zur Befeuerung von Industrieöfen in der metallurgischen Industrie eine interessante Alternative dar, insbesondere bei der Verfeuerung von Kohlenstoff-beladenem Holzgas